Praxis, Materalien, Links

 

Die Akademie begleitet seit Jahren Modellschulen und bildet PädagogInnen aus, um die Möglichkeiten und den Nutzen des Philosophierens für Kinder, Eltern und Lehrkräfte aufzuzeigen. Das ist mitunter kein leichtes Unterfangen, da Philosophieren keine "dankbare Unterhaltung" ist, sondern ein nachhaltig wirkendes Bildungsprinzip. Doch immer mehr Schulen und PädagogInnen oder auch engagierte Eltern haben erkannt, dass das philosophische Gespräch zu Lebensthemen eine große Chance für die Entwicklung der Kinder, für die Gemeinschaft und für die philosophischen GesprächsleiterInnen ist.

 

 


OSV Zeltgasse mit Dominik (Akademie)

Schwerpunkt "Philosophieren" an Schulen,  Beispiel OSV Zeltgasse, 1080 Wien

Die Akademie begleitet seit Jahren ein Projekt in der OSV Zeltgasse, um dort das Philosophieren salonfähig zu machen. Die Hauptinitiatorin war vor Jahren Neslihan Turan-Berger, die mit viel Engagement seitens des Elternvereins und persönlichen Einsatz etwas bewegte, beispielsweise brachte sie die Akademie mit dem Elternverein zusammen und organisierte Info-Abende zum Thema "Philosophieren". Mithilfe der Arbeiterkammer, die das Philosophieren mithilfe von Uly Paya in die Bildungsmesse L14 sowie in Eltern-Kind Workshops brachte, konnten auch in der Zeltgasse Philosophier-Workshops klassendeckend stattfinden. Im Folgejahr wurde diese Philosophier-Serie fortgesetzt und der Entschluss gefasst, eine interne Ausbildungsserie anzubieten, der eine große Zahl an PädagogInnen folgten. Sogar mehrere Eltern entschlossen sich, an einer Ausbildung (offene Gruppen) teilzunehmen. Im Herbst 2017 wurden vom Stadtschulrat offiziell Stunden für das Philosophieren freigegeben. siehe www.zeltgasse.at

 

Allgemeine Erfahrungen und Erfolge aus der Praxis

Folgende belegbare Veränderungen aus der Praxis konnten durch das Philosophieren in Modellversuchen der Akademie ("kinder philosophieren", München) an 48 Kindertageseinrichtungen und Schulen bei Kindern sowie bei Jugendlichen beobachtet und evaluiert werden:

  • „Das Frageverhalten und die Gesprächsbereitschaft der Kinder verändern sich, sie werden neugieriger und hinterfragen mehr. Sie äußern häufiger eigene Standpunkte und begründen sie selbstbewusster. Verhaltensauffällige Kinder (sowohl mit aggressiv-auffälligem Verhalten als auch mit Rückzugsverhalten) bringen sich stärker ein.

  • Der Umgang der Kinder untereinander verändert sich; Konflikte werden zunehmend verbal gelöst.

  • Die Aufmerksamkeitsspannen der Kinder verlängern sich.

  • Gerade Kinder mit Migrationshintergrund erweitern deutlich ihren Wortschatz und werden grammatikalisch sicherer.

  • Hochbegabte Kinder und Kinder mit Lernstörungen lassen sich besser in die Gruppe integrieren und bringen sich überraschend intensiv ein.

  • Die Gesprächskultur der philosophischen Gespräche wirkt sich auch auf andere Fächer aus, in denen Kinder den Gedanken ihrer Mitschüler mehr Wertschätzung entgegenbringen, aktiv Perspektiven wechseln und inhaltlich aufeinander Bezug nehmen.

 

Das Philosophieren bereichert  PädagogInnen:

  • Sie übernehmen die Rolle des Moderators eines offenen Prozesses bzw. eines gleichberechtigten Gesprächspartners.

  • Sie werden im Umgang mit den Kindern geduldiger, hören besser zu und räumen auch im Regelunterricht häufiger die Freiheit ein, eigene Lösungen zu entwickeln.

  • Sie können gerade besonders ruhige oder besonders auffällige Kinder besser einschätzen.

  • Sie hinterfragen auch in ihrem Alltag Sachverhalte und Meinungen und sehen ihre Umwelt mit anderen Augen.“ (vgl. Rude 2008)

 


Zitate von TeilnehmerInnen über das Philosophieren nach ihrer Ausbildung: 

"Philosophieren bedeutet für mich, dass wir Menschen uns mit Themen in einem tieferen Sinne auseinandersetzen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, den Verstand intensiv einzusetzen, zu staunen, anderen zuzuhören und voneinander zu lernen."
Neslihan T.

"Beim Philosophieren kann ich mit Menschen in Verbindung gehen, auf eine grundlegende, ureigentümliche Weise und mit tetwas Geschick und Glück einen sehr friedvollen Raum eröffnen."
Svantje W.

"...respektvolles Miteinander, Entdecken von Ressourcen und Potentialen!"
Bernhard K.

Philosophieren bedeutet für mich: Leben!"
Fatma

"Philosophieren bedeutet für mich, die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und den Empfindungen anderer TeilnemerInnen...."
Julia S.

"....ich kann eine andere Lebenseinstellung erarbeiten und über etwas nachdenken, worüber ich noch nie nachgedacht habe. Ich habe eine bessere Orientierung mit dem Leben, mit Bedürfnissen, Beziehungen und Freunden erhalten. Ich höre den Menschen anders zu und überlege mehr....es ist eine sehr schöne Erfahrung"
Helina K.

"Philosophieren heißt: über das Leben nachdenken. In der Gruppe kommt man dabei oft viel weiter in die Thematik, als wenn man es nur alleine versucht hätte...."
David S.

 

Zitate von Kindern und Jugendlichen:

“Wir können auch mit Sandburgen die Welt verändern....”
(Kindergartenkind zum Thema "Veränderung", siehe auch gleichnamiges Buch d. Umweltbildung)

"..... ich habe das immer anders gedacht. Das ich muss neu denken."
(Hamzat S., 17J, Migrant aus Tschetschenien, nach einer Gesprächrunde über das Thema "Woher kommt Rassismus?",
seine Rückmeldung war der Beginn eines persönlichen Gespräches über den Nationalsozialismus...)

"....dürfen wir heute als Hausübung Philosophieren?"
(Schülerin, Philosophieren in der NMS)

 

 Filme

Hier gibt es eine Auswahl der Sendung "2 bis 6", wo in Kindergärten philosophiert wurde. Da erhalten Sie ein wenig Einblick, wie das Philosophieren so in der Gruppe funktioniert, wohlgemerkt in diesem Fall mit Kameras und szenarischer Aufbereitung (was für alle Beteiligten eine zusätzliche Herausforderung darstellte): http://okto.tv/club2bis6




"Was bedeutet Philosophieren eigentlich?"
Uly Paya erklärt in
6:43 Minuten, was Philosophieren bedeutet...

 

 

Großartige Kurzfilme, produziert von professionellen Filmemachern zum Thema Ausgrenzung, Rassismus auf der DVD „Respekt statt Rassismus“. "Der Schwarzfahrer" ist ein Klassiker. Die DVD ist erhältlich bei www.baobab.at

 

 

 

 

 

 

 

 

Bücher

 

Es git ein unzählige Bücher rund ums Philosophieren. Da wir sehr praxisorientiert sind und wissen, dass Philosphieren sehr viel mit Tun und Übung zu tun hat, sind wir beim Empfehlen etwas vorsichtig. Es verhält sich tatsächlich wie bei einem Kletter- oder Tanzkurs: Ein gutes Buch mag inspirierend sein und logisch klingen. Aber genauso wie das Tanzen oder Klettern aus Büchern nicht erlernbar ist, verhält es sich mit dem Philosophieren. Dennoch gibt es gute und inspirierende Bücher, von denen wir einige erwähnen möchten:

 

Praxisleitfaden "Kinder philosophieren"

Warum ist es pädagogisch sinnvoll, zu philosophieren und inwiefern kann das Philosophieren einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten? Wie philosophiert man überhaupt und wie erkennt man philosophische Fragen?
Der Praxisleitfaden Kinder philosophieren verschafft pädagogischen Fachkräften und Leitern von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, aber auch Eltern und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Verbänden einen umfassenden Einblick in die Umsetzung und das Potenzial von Kinder philosophieren. Er dokumentiert neben den Überlegungen und Erfahrungen der Autoren vor allem die Eindrücke und Erkenntnisse von Lehrkräften und Erzieher/-innen, die an zwölf Modellstandorten über zwei Jahre hinweg um die Umsetzung von Kinder philosophieren bemüht waren. Bestellbar über Internetbuchhandel.
 

 

 

Buch "Mit Sandburgen die Welt verändern"

Zwei (von der Akademie ausgebildete) Moderatorinnen haben mit Kindergarten-Kindern zum Thema Nachhaltigkeit philosophiert und die Ergebnisse zusammengetragen. Das Buch ist liebevoll gestaltet und macht (hoffentlich) Lust auf mehr Philosophieren. Die Akademie hat für das Buch ein Gastkommentar beigesteuert und die Autorinnen beim Philosophieren unterstützt. Das geförderte Buch ist um nur 7 EUR hier auf der FORUM-Seite erhältlich.

 

 

 

 

Weitere Bücher:

  • Siehst du die Welt auch so wie ich? - K. Zeitler, Philosophieren in der Kita, Herder Verlag

     

  • Wie wollen wir leben?, Kinder philosophieren über Nachhaltigkeit, Oekom Verlag
     

  • Daurer, Doris: Staunen, Zweifeln und Betroffensein. Mit Kindern philosophieren, Weinheim

 

 

 

Aktueller Flyer der Akademie:


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Links

Unseren Disclaimer für Links finden Sie unter unseren rechtlichen Hinweisen.

 

Die UN-Kinderrechtskonvention

Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder auf der Welt erhielten damit verbriefte Rechte - auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung.

Die Kinderrechtskonvention formuliert weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern, über alle sozialen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Unterschiede hinweg. Und sie fordert eine neue Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten. Alle Staaten mit Ausnahme der USA und des Süd-Sudan haben die Konvention ratifiziert. <<mehr>>

 

 

 

 

 

 

 

 

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