Warum Philosophieren?

Das Philosophieren hilft, die Welt und das eigene Ich besser zu verstehen, einander auszutauschen und gemeinsam zu spannenden Themen zu forschen.

Die Akademie bietet eine spezielle Ausbildung zur philosophischen Gesprächsführung sowie Workshops und Seminare zum Thema "Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen" an, um dieses Bildungsprinzip in Österreich zugänglich zu machen.

Beim Philosophieren geht es nicht um eine Behandlung der Philosophie oder Philosophiegeschichte, sondern um die Etablierung einer Gesprächskultur und Haltung in der Gemeinschaft. Die Kinder und die Jugendlichen entwickeln ihre eigenen Gedanken und tauschen sich dabei aus. Sie erfahren eine neue Qualität im Zuhören, im Reflektieren und im Nachdenken über ein Thema, welches jede und jeden ganz persönlich betrifft. Die dabei angewandte Technik schafft einen geeigneten Raum für die Teilnehmenden, in welchem Erfahrungen zum Thema gemacht werden als auch frühere Erfahrungen zu einem Thema eingebracht und reflektiert werden können.

Philosophieren bietet eine Möglichkeit herauszufinden, wer man ist, was man will, wie und wozu man leben kann. Es hilft, aus sich selbst heraus Orientierung im Leben zu finden - ohne auf vorgefertigte Antworten, vermeintliche Lösungen oder Ratgeber angewiesen zu sein. Durch das gemeinsame Philosophieren in der Gruppe wird die Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen in Gang gesetzt und gefördert. Dies kann nur gelingen, wenn man das Fragestellen und die Suche nach Antworten kompetent begleitet.
Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene können ihre eigenen Gedanken und Werte über die Welt und das Leben erfahren, diese anderen mitteilen und sie lernen zuzuhören, was andere zu sagen haben. Dabei machen sie gleichzeitig die Erfahrung, dass auch ihnen selbst zugehört wird, dass die eigenen Gedanken und Ideen wichtig sind. Das gemeinsame Philosophieren unterstützt die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung indem es ihre Fähigkeit zum Dialog und zum demokratischen Miteinander fördert und dazu anregt, kreativ zu denken und sich in die Ideen und Vorstellungen der anderen hineinzuversetzen.
 


 

Gerade in heterogenen Gruppen, sei es vom Alter her,  sei es, was die Herkunft oder die Muttersprache betrifft, hat das Miteinander Philosophieren einen stark integrativen Charakter. Beim Philosophieren werden Themen wie Anderssein, Toleranz oder Vorurteile aufgegriffen. Es hat sich in der Praxis gezeigt, das durch regelmäßiges bzw. etabliertes Philosophieren in einer Bildungseinrichtung die Wertschätzung, die Rücksichtsnahme sowie das Selbstbewußtsein der einzelnen Kinder und Jugendlichen deutlich zum Positiven hin verändert.

 

Dialog und Kompetenzen fördern

Sich philosophierend im Leben zu orientieren erfordert den Mut selbst zu denken, Selbstverständliches zu hinterfragen und für seine Überzeugungen und sein Handeln einzustehen. Wer nach Antworten auf philosophische Fragen sucht, muss offen sein für die Sichtweisen anderer, kreativ und logisch denken und seinen eigenen Standpunkt begründen können. Im Philosophieren nähert man sich aber auch dem Wesen und der Bedeutung eigener Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen und Werte an. So unterstützt das Philosophieren Kinder[, Jugendliche und Erwachsene] bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben, fördert ihre Fähigkeit zum Dialog und zum demokratischen Miteinander.“ (Akdemie Kinder philosophieren August 2010)

 

Konkret werden durch das Philosophieren folgende Eigenschaften und Fähigkeiten ermöglicht und gefördert:

  • positive Selbstkonzepte

  • Selbstwirksamkeit

  • Neugier und individuelle Interessen

  • differenzierte WahrnehmungenDenk- und Problemlösefähigkeit

  • Phantasie und Kreativität

  • Respekt und Wertschätzung für Andere

  • Empathie und Perspektivenübernahme

  • Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit

  • Resilienz

  • Konzentrationsfähigkeit

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Es hängt natürlich immer von der jeweiligen Gruppe oder Klasse ab, mit der gerade philosophiert wird, welcher dieser Punkte eines besonderen Augenmerks bedarf. In unseren Ausbildungen werden demzufolge auch methodische und didaktische Techniken an die Hand gegeben, die es ermöglichen, auf die jeweilige Zielgruppen einzugehen.

 

 

....zuhören, nachdenken, austauschen....

 

Philosophieren als Bildungsprinzip

„Im Mittelpunkt des gemeinsamen Philosophierens steht der Umgang mit Fragen, die Kinder bewegen und mit Ansichten, die sie äußern. Kinder philosophieren ist keine Hochbegabtenförderung, sondern ein gemeinsames Betätigungsfeld für sehr unterschiedliche und unterschiedlich begabte Kinder und somit in hohem Maße inklusiv und integrativ. Es bettet sich in die Lebenswelt der Kinder ein. Die Themen entspringen ihrem Alltagsleben und ihrer jeweiligen Erfahrungswelt. Nicht der Philosoph geht in Kindertageseinrichtungen und Schulen - pädagogische Fachkräfte, die täglich mit Kindern arbeiten, unterstützen den ergebnisoffenen Prozess des kindlichen Philosophierens.
Sie sind dabei nicht auf eine autodidaktische Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte angewiesen, sondern erhalten eine auf ihre persönlichen Erfahrungen und Zielvorstellungen abgestimmte Ausbildung in philosophischer Gesprächsführung. Erst wenn sich Erwachsene auf Kinderfragen einlassen, genau zuhören und verstehen wollen, können Kinder philosophieren. Für ErzieherInnen und Lehrkräfte bedeutet dies unter Umständen ein Hinterfragen des eigenen Rollenverständnisses. Im philosophischen Gespräch gibt es keinen privilegierten Status, kein Wissensmonopol. Man versteht sich vielmehr als gleichberechtigter Gesprächspartner der Kinder, offen und sensibel für philosophische Fragestellungen und bereit die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen. So verstanden ist das Philosophieren ein Bildungsprinzip, das grundlegende Kompetenzen fördert und fächerübergreifend einsetzbar ist.“
(Akademie "kinder philosophieren", München)

 

Philosophieren ist praktisches Handeln

“Unter meinen Jugendlichen war ein Mädchen, das 3 Monate lang beim Philosophieren nichts sagte, aber genau zuhörte. Dann plötzlich brach sie das Schweigen, weil es um das Thema "Heimat" ging. Das war ein magischer Moment für alle.....
(aus der Praxis der Akademie, Philosophieren mit Jugendlichen/MigrantInnen)

 

Philosophieren bedeutet praktisches Handeln, Austauschen und Erfahren! Zudem ist es eine sehr einladende und offene Form des Dialoges. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können Fragen wie "Was ist Freiheit?" oder "Woher kommt das Leben?" stellen, genauso wie vor über 2000 Jahren. Vielleicht sind diese Fragen in der Informationsgesellschaft aktueller denn je?!

Die Akademie "Philosophieren" möchte das Philosophieren für alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen in Österreich zugänglich machen und fördern, um ein gesundes Miteinander für zukünftige Generationen positiv mitzugestalten.

 

 

 

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